| MZ vom 01.04.2008 |
Ein Wald voller WolkenkratzerBernd Papke stellt in Alter Kirche ausVon Andreas Bürkner "Am Rand der Bruchscholle des Harzes aufgewachsen", wie Laudator Bernd Schobeß aus dem Katalogtext von Norbert Eisold zur Schau "Unendlichkeitszeichen" in der Lyonel-Feininger-Galerie 2004 zitierte, hatte sich Papke erst spät für die Kunst entschieden. Nach Schule und Ausbildung arbeitete er trotz Interesses fürs Zeichnen als Werkzeugmacher in Harzgerode, bis er vor knapp 20 Jahren feststellte: "Das kann es doch nicht gewesen sein." Das Thema Stadt bedeutete eine Wende im Schaffen, Architektur wurde immer mehr zum Mittel - wie die Mischung aus Druck und Malerei. Er wolle in der Schnelllebigkeit von Abbruch und Neubau Momentaufnahmen, bleibende Eindrücke festhalten, bestätigt der Künstler die Freiheit, das Gesehene weiterzudenken. Ganz andere Emotionen liegen den "Räumen" aus dem Vorjahr zugrunde. Sie entstanden in einer schwierigen Phase, waren Ausdruck der Selbstbeschäftigung. "Was macht man zuerst?", fragte Papke, um selbst die Antwort zu geben: "Man baut Wände, um sich zu schützen - ein Raum entsteht." Mit einer Mischung aus Grafik und Malerei, aus übereinander gelegten Schichten von Holzdruck und Öllasur entstanden die in diesem Jahr fertig gestellten Eindrücke von Land, Wasser und Himmel, angeregt durch Urlaube an der bretonischen Atlantikküste, an die es Papke seit 15 Jahren immer wieder zieht. Die Bilder entwickeln sich Schicht für Schicht, wobei der Druck faszinierender als die Malerei sei: "Weil der Pinselstrich kontrolliert ist, beim Drucken aber die Spannung beim Warten auf das Ergebnis entsteht." Zudem inspirieren Fehler zu neuen Ideen, beschreibt Bernd Papke den Entstehungsprozess, bei dem bis zu 20 Schichten aufgetragen werden. Die Ausstellung ist bis 9. Mai dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr zu sehen. |
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